Unser Verein zeigt sich nach Bekanntwerden der jüngsten Ergebnisse der Planungswerkstatt der DEGES im Rahmen des Beteiligungsverfahrens „B87 im Dialog“ erschüttert über erneute Bestrebungen, auch zwei Korridore mit Querung des FFH-Gebietes Parthenaue für die Planung der B87n zu prüfen und dazu weitere detaillierte Untersuchungen anzustellen. Die B87 soll als bis zu vierspurige Bundesstraße mit Autobahncharakter eine schnelle Verbindung zwischen Leipzig und Torgau sowie weiter über Cottbus bis nach Polen herstellen.

Warum lehnen wir eine Trasse der B87 durch die Parthenaue ab?

In der „Tauchaer Erklärung“ zur B87n vom 26.01.2013 wurde nach einem langen und intensiven Diskussionsprozess der gemeinsame Wille der in der Region zwischen Leipzig und Eilenburg lebenden Menschen, politischer Akteure und Träger öffentlicher Belange bekundet, eine leistungsfähige und bedarfsgerechte Verkehrsinfrastruktur zwischen Leipzig, Eilenburg und dem Wirtschaftsraum Torgau zu schaffen.

Rahmenbedingungen sollten sein:

  • Bau der B87n unter Nutzung und Ausbau der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur von B2/S4 mit Ortsumgehungen.
  • Keine Querung der Parthenaue.
  • Keine neue Zerschneidung der Taucha-Eilenburger-Endmoränenlandschaft.
  • Entlastung des Straßenverkehrs in der Stadt Taucha.
  • Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs zwischen Leipzig und Torgau.

Mit dem aktuellen Zwischen-Ergebnis der Planungswerkstatt der DEGES „B87 im Dialog“, zwei Korridore durch die Parthenaue östlich von Taucha ebenfalls in Betracht zu ziehen, wird dieser breite Konsens negiert.

Unsere Haupt-Kritikpunkte sind:

  • Zerschneidung eines FFH- und Landschaftsschutzgebiets mit unabsehbaren Folgen für
    • Artenvielfalt
    • Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten
    • das gerade bei vermehrten heißen Sommern wichtige Kaltluftentstehungsgebiet
  • und die auch mit aufwändigen Ausgleichsmaßnahmen nicht kompensierbare Belastung von Mensch und Natur im Umfeld der Trasse in einem bislang weitgehend störungsfreien Raum