Noch am Freitag war die Parkbühne vereinsamt und die picknickenden Pilgerer vom Jacobsweg staunten, als Mitglieder des Vereins Panitzsch(er)leben – gestern-heute-morgen e.V. die Bühne inspizierten. Der Himmel war wolkenverhangen und so fiel die Entscheidung: Die Generalprobe für die Sommernacht am 25. August 2018 findet in der Grundschule statt und auch die für Samstag geplante Filmvorführung.

Doch es ist wie so oft – Samstagmorgen verheißen die WetterApps einen schönen Tag und es wird umgeplant – alle Darbietungen zur Sommernacht finden auf der Parkbühne statt und los gehts mit dem Aufbau. An einem sonst so verträumten Ort entsteht ein Gewusel – die Bühne und die Filmleinwand werden aufgebaut, der Strom gelegt, die Buden finden ihren richtigen Platz, Biertischgarnituren werden aufgestellt, die Tischdeko liebevoll in Szene gebracht, der Bierwagen und der Grill sind einsatzbereit, die Technik aufgebaut. Die Freunde der Feuerwehrhistorik erklimmen die Bäume und zaubern mit ihrer Beleuchtung gemütliche Sommernachtsathmosphäre.

Und dann der spannende Moment – Wird diese Veranstaltung angenommen? Ja, die Parkbühne lebt und bebte an diesem Abend. Über 300 Besucher erfreuten sich an einem bunten Programm mit Musik, Spaß und Informationen. Erna eröffnet mit dem neuesten Klatsch und informiert auf ihre charmante Art, dass in Panitzsch ja mächtig was los ist. Das für Insider bekannte SEP-Trio (Sylvia, Evelyn und Peter) entdecken im Koffer Interessantes zur Parkbühnengeschichte. So erfahren die Besucher, dass die Parkbühne mit dem Eiskeller auf der Liste der sächsischen Kulturdenkmäler steht, es an dieser Stelle mal einen Zoo gab und „alle Panitzscher Kinder früher und heut, hamm sich am geheimnisvollen Keller erfreut, denn hinter der Bühne war’s spannend und mysteriös, ganz vorsichtig wurde die Höhle erkundet ohne Gedöns.“

Ein besonderer Höhepunkt des Abends war der Auftritt von Harry Künzel. Der 86-Jährige erzählte im Interview, wie er 1958 mit dem Männerchor Taucha und Panitzsch als Dirigent auf dieser Bühne gestanden hat und dass eigentlich Dr. Margarete Blank seine musikalische Ader entdeckte. Anschließend begeisterte er noch mit seiner Musik. Musik begleitet die Besucher durch den ganzen Abend – mit Paulin Fisch am Klavier, der Panitzsch(er)leben Liedertafel mit neuen und wohlbekannten Liedern zum Hören und Mitsingen oder auch mit den Bee GEEs im Film „Saturday Night Fever“.

Besonders viel wurde beim Märchen „Rotkäppchen“ gelacht. Die Vereinsmitglieder interpretierten dieses Märchen neu und gaben den einzelnen Figuren durchaus neue liebenswerte, freche Charaktere. Der abschließende Gastauftritt eines Schlagerstars ließ alle mit einstimmen: „Ein bisschen Spaß muss sein“.

Viele ältere Besucher erzählten immer wieder, was sie schon alles an der Parkbühne erlebten, dass sie sogar schon selbst darauf standen und wie toll es doch ist, sich wieder hier an diesem Ort einander zu begegnen und miteinander zu feiern. Besonderes Interesse weckten die Fotos, worauf so mancher Panitzscher einen seiner Vorfahren entdeckte. Gerd Graupner erinnert sich an viele Auftritte der Liedertafel auf der Parkbühne und freut sich, dass es wieder Veranstaltungen im Ort gibt, wo Jung und Alt, Ur-Panitzscher und Zugezogene gemeinsame schöne Stunden erleben. Er möchte das entsprechend seiner Möglichkeiten weiterhin unterstützen und hat sich entschlossen, Mitglied des Vereins Panitzsch(er)leben – gestern-heute-morgen e.V. zu werden.

Das Gelingen der Sommernacht bedurfte jedoch viel mehr. So waren die Vereinsmitglieder im Bierwagen und am Grill im Dauereinsatz – die Getränkehähne waren immer offen, bei den Bratwürsten musste Nachschub geordert werden und die eigentlich geplanten Pausen mussten leider entfallen. Doch auch die Unterstützung durch den Bürgermeister und die Mitarbeiter der Gemeinde Borsdorf sowie den Bauhof und die Unterstützung durch die Firma Winterwork waren wichtige Bausteine zum Erfolg und machten vieles erst möglich.

Das einhellige Fazit der Besucher und der Akteure des Abends: „Was für ein gelungenes Fest. Gerne immer wieder.“

Text: Kerstin Dittrich & Sylvia Bialek

 

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