Panitzscher Parkbühne aus Dornröschenschlaf erwacht

ein Beitrag aus dem Publikum von Christine Damm

Sie „wollten mal testen ob die Bühne auch heute noch diese Magie alter Zeiten hat und ein charmanter Veranstaltungsort sein kann“ , so die Worte der Vereinsvorsitzenden Kerstin Dittrich, mehrfach in den Presseankündigungen zu lesen.

Das Ergebnis war überwältigend. Scharenweise strömte das Publikum aus Nah und Fern herbei, um an diesem denkwürdigen Ereignis dabei sein zu können. Da bereits vor Veranstaltungsbeginn alle vorbereiteten ca. 300 Sitzgelegenheiten besetzt waren, wurde kurzerhand Nachschub aus umliegenden Gehöften herbeigeholt.

Ein buntes und vielseitiges Programm hatten die Mitglieder des erst im Januar 2018 gegründeten Vereins „Panitzsch(er) leben gestern-heute-morgen e.V.“ sich da ausgedacht. Durch Erna erfuhren die Zuhörer den neuesten Dorfklatsch an der Bushaltestelle, wobei es viel zu lachen gab. Einem alten Koffer entlockte Parkbühnengeschichten vermittelten viel Wissenswertes über den historischen Ablauf an diesem Ort. Besonders interessant, dass es der bereits 1880 als Tonnengewölbe erbaute Eiskeller mit der 1961 davor errichteten Freilichtbühne bis auf die Liste der Sächsischen Kulturdenkmäler geschafft haben.

Genau an dieser Stelle begannen 1958 die ersten Veranstaltungen, u.a. mit der „Liedertafel Panitzsch“, deren damaliger Chorleiter Harry Künzel es sich trotz seiner 86 Jahre (und Hochzeitstag) nicht nehmen ließ, als Überraschungsgast mit Moderator Matthias Schwarzmüller aus alten Zeiten zu plaudern. Mit Ohrwürmern auf Klarinette und Saxophon versetzte er die Zuhörer musikalisch in die Swinging Time der 60er Jahre.

Zur Kräftigung der Lachmuskeln trug das musikalische Märchen „Rotkäppchen für Erwachsene“ bei, die Darsteller wuchsen über sich hinaus. Doch auch die Liedertafel in aktueller Besetzung erfreute an diesem Abend mit bekannten Titeln. Das Publikum unterstützte die Sänger spontan durch lautstarkes Mitsingen. Nicht zuletzt bereicherte Paulin Fisch mit ihrem gefühlvollen Spiel am E-Piano die Veranstaltung. Der Wettergott spielte mit, sodass das Freiluftkino wie zu damaligen Zeiten stattfinden konnte. Vor dem kultigen Hauptfilm „Saturday Night Fever“ lief natürlich wie damals der „Augenzeuge“ und dieser dokumentierte die fleißigen Vorbereitungen vom Anfang bis zum heutigen Tag.

Erstmals an diesem Abend wurde auch der von Olaf Bendrat herausgegebene 368 Seiten starke Bildband „750 Jahre Borsdorf-Panitzsch“ gezeigt und von Vielen als Erinnerung an diese tolle Festwoche sofort erworben.

Das Vereins-Motto „Mit Liebe handgemacht“ war an diesem Abend deutlich spürbar und ein begeistertes Publikum bestätigte dies mit tosendem Beifall. Rundum waren positive Meinungen zu hören und die Hoffnung, dass es Wiederholungen dieser Art in Zukunft geben möge.

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